Grundvoraussetzung für eine Gesangsausbildung ist eine gesunde und belastbare Stimme. Gefordert wird eine Ökonomische Atmung. „Der Atem ist das Benzin des Sängers.“ (M-P. Hallard). Im klassischen Gesang ist ein Stimmeinsatz ohne Glissando und ohne Glottisschlag wichtig.
Erforderlich ist eine lockere Hals- und Kiefermuskulatur. Die Hals- Nacken- und Kiefermuskulatur beeinflusst den an Muskelsträngen aufgehängten Kehlkopf direkt. Ohne lockere Halsmuskulatur kommt es leicht zu Heiserkeit. Die Muskeln sollen frei von Spannungen, beweglich und flexibel im Kiefergelenk sein.
Die Textverständlichkeit stellt Sänger immer wieder vor Probleme, da sie in Konflikt zum optimalen Stimmklang zu stehen scheint. Für eine plastische Artikulation werden Übungen zur Beweglichkeit von Kiefer, Zunge und Lippen verwendet.
Die sogenannte Atemstütze ist ein Zusammenspiel von Zwischenrippenmuskeln, Bauchmuskulatur und Zwerchfell. Das Zwerchfell ist nicht bewusst zu steuern. Sie ist essentiell, um Heiserkeit zu vermeiden. Heute rückt man allgemein von dem Begriff der Stütze ab, da sie etwas Starres, Unflexibles suggeriert. Dabei spielen eine möglichst genau steuerbare Bauchmuskulatur und Zwischenrippenmuskeln eine entscheidende Rolle, um den Atem regulieren zu können.
Leichte, gestützte und flüssige Koloraturen mit klaren Tonfolgen sind ebenso ein Ziel der Gesangsausbildung.
Ein wichtiges Ziel ist die Erweiterung des Stimmumfangs und der Registerausgleich. Der deutlichste Unterschied zwischen einer geschulten und einer ungeschulten Stimme besteht neben dem veränderten Stimmklang im erweiterten Stimmumfang. Ein Umfang von mehr als zwei Oktaven sind für Berufssänger normal. Dabei soll die Stimme möglichst gleichmäßig und unmerklich ohne Brüche von der Tiefe in die Höhe übergehen. Der klassische Gesang sieht hierfür als Ideal das Einregister vor. Dabei wird die Kopfstimme in möglichst alle Bereiche der Stimme hineingemischt. Im Gegensatz dazu steht die Gesangskultur des Belting, die von der Bruststimme ausgeht und einen möglichst großen Bereich der Stimme in dieser Klangfarbe hält.
Begriffserklärung:
- Glissando: -bezeichnet in der Musik die kontinuierliche (gleitende) Veränderung der Tonhöhe
- Glottisschlag: -Laut, der durch die plötzliche, stimmlose Lösung eines Verschlusses der Stimmlippen
gebildet wird
- Koloratur: -ist im Gesang eine schnelle Abfolge von Tönen mit kurzen Notenwerten gleicher Länge
- Oktaven: -sieben Tonschritte (Tonleiter)
- Gesangsregister: -bezeichnet man Formen der menschlichen Gesangsstimme, die sich durch bestimmte Tonhöhenbereiche und Klangqualitäten auszeichnen. Die Unterscheidung verschiedener Register beruht auf der Erfahrung, dass in verschiedenen Tonhöhenbereichen Stimmen in deutlich unterschiedlicher Qualität wahrzunehmen sind und Brüche zwischen diesen Bereichen auftreten können. Da es das Ideal des europäischen Kunstgesanges ist, diese Stimmqualitäten auszugleichen und die Übergänge unmerklich zu machen, spielt der Registerbegriff in der Gesangspädagogik und in der Erforschung der menschlichen Gesangsstimme eine besonders wichtige Rolle.
Quelle: Wikipedia




r wieder etwas ganz Besonderes.